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Dez 14

Written by: Volkmar Kuebler
14.12.2011 07:27  RssIcon

Schlägt man in einem deutsch-englischen Wörterbuch "equity" nach, dann erhält man eine Liste mit folgenden Begriffen: Fairness,  Marktwert, Billigkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Aktienkapital, Firmenkapital. Somit kann man Private Equity sowohl als  persönliche Fairness, als auch als privates Firmenkapital übersetzen. Interessant, nicht wahr?

Was genau ist eigentlich Private Equity? Definiert wird Private Equity als außerbörsliche Unternehmensbeteiligung. Wenn man  das ein wenig geübt hat, dann gehen einem solche Wortungetüme locker von den Lippen. Aber damit hat man noch nicht  verstanden, um was es dabei geht.

Vielleicht kann uns der Gesetzgeber weiterhelfen? Schauen wir uns doch einmal an, was das Bundesfinanzministerium im  Referentenentwurf für das Wagniskapitalbeteiligungsgesetz schreibt: "In Venture Capital und Private Equity Fonds, die meist von  einem oder mehreren Initiatoren gegründet werden, schließen sich Kapitalanleger insbesondere zum Zweck der Finanzierung  junger Unternehmen, des Wachstums mittelständischer Unternehmen, der Ausgliederung von Unternehmensteilen oder der  Nachfolge in Unternehmen zusammen. Dabei dient der Fonds als Mittler zwischen den Kapitalanlegern einerseits und den zu  finanzierenden Unternehmen (Portfolio-Gesellschaften) andererseits. Von den Fonds werden Eigenkapital- und  eigenkapitalähnliche Beteiligungen an den Portfolio-Gesellschaften erworben. Nach Erreichen des durch die Finanzierung  beabsichtigten Ziels (z.B. Umwandlung der Portfolio-Gesellschaften in Aktiengesellschaften und die Platzierung der Unternehmen   an der Börse, Ausgliederung von Unternehmensteilen) werden die Anteile an den Gesellschaften - kurspflegend - veräußert."

Klar? Oder noch verwirrender? Auf alle Fälle wird deutlich, dass Private Equity kein Thema für Anfänger in Sachen Geld- und  Kapitalanlagen ist. Ganz offensichtlich benötigt man ein gerüttet Maß an fachlichen Grundlagen, um allein diese Definition  verstehen zu können.

Nehmen wir an, Sie sind ein Finanzberater und treffen sich heute mit ihrer lieben Kundin Frau Gesangslehrerin. Was denken Sie:  versteht Frau Gesangslehrerin diese Definition? Sie ist studiert, aufgeweckt und intelligent. Aber sie ist auch sehr froh, dass sie  jemanden wie Sie hat, auf den sie sich verlassen kann. Bringen wir es auf den Punkt: sie versteht diese Definition nicht. Können  Sie etwa Partituren lesen, eine Stimmbildung leiten und ein mehrstimmiges Chorstück einstudieren? Nein? Dann haben Sie jetzt  eine Vorstellung davon, wie sehr wir alle berufliche Spezialisten sind und wie sehr das unseren Erfahrungshorizont prägt.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, das vorgenannte Beispiel ist willkürlich und aus Gründen der Anschaulichkeit gewählt  worden. Als Beispiel hätte genau so gut jeder andere Beruf herangezogen werden können. Selbst innerhalb einer Bank verstehen  nur wenige derart spezifische Themen. Als Beispiel können wir einen Kreditbanker heranziehen, er ist Spezialist für  Finanzierungen und nicht für Wertpapiere.

Jeder Mensch hat eine persönliche und durch seinen individuellen Lebensweg geprägte Erfahrungswelt. Das Elternhaus, die Schul-  und Berufsausbildung, eventuell ein Studium, die ausgeübten Berufe, der Freundeskreis, Hobbies, religiöses, soziales und  politisches Engagement, all das beeinflusst unseren Erfahrungshorizont. Jeder Mensch ist einmalig. Dennoch teilen wir sehr viele  Erfahrungswelten miteinander, und das ist gut so, denn auf diesen Schnittstellen können wir kommunikativ aufbauen.

Unserer Frau Gesangslehrerin könnten wir am stilisierten Beispiel einer Chorgründung wichtige Verständnishilfen geben: "Stellen  Sie sich vor, wir beide haben heute die Idee, einen neuen Chor zu gründen. Wir wollen eine ganz besondere musikalische  Richtung einschlagen. Wir beide sind von der Idee begeistert, aber jetzt wollen wir sie in die Tat umsetzen. Was benötigen wir  alles, um unsere Idee Wirklichkeit werden zu lassen? Noten, Sängerinnen und Sänger, Räumlichkeiten für die Proben, vielleicht  auch schon einen Termin für ein erstes Konzert und natürlich ein musikalisches Konzept. Wie organisieren wir uns? Gründen wir  einen eigenen Gesangsverein oder gehen wir auf einen bestehenden Gesangsverein zu und gründen eine neue Abteilung oder  welche anderen Möglichkeiten gibt es noch? Schaffen wir das alleine, oder benötigen wir Hilfe? Wie können wir die Anfangskosten  (Beschaffung der Noten, Kosten für Chorleitung, etc.) und die laufenden Kosten decken?"

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Re: Wie erklärt man: Global Macro
sehr gut!

Volkmar Kuebler

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